KAREN GRUNOW, MAZ - Märkische Allgemeine Zeitung Eine Diva aus Metall - Die Malerin und Bildhauerin Heike Cybulski zeigt in der Neuen Galerie in Wünsdorf einen Querschnitt ihrer Arbeiten Von Karen Grunow Wünsdorf –   Sie wirft sich in Pose, kaum dass der Besucher die Neue Galerie in Wünsdorf betreten hat. Schon steht sie da, seltsam verbogen, sodass ihre Wespentaille so richtig zur Geltung kommt, galant und selbstbewusst stützt sie die Hände in die Hüfte, ihr fließendes langes Kleid umspielt die perfekte Figur, schwungvoll und doch wie drapiert fällt der Saum auf den Boden, die Haare sind toupiert, getürmt, gelockt. Sie hat ja auch recht, denn sie ist einer der Stars der Ausstellung „Intuition und Komposition“, die am Sonnabend ab 15 Uhr in der Neuen Galerie eröffnet wird. Malerin und Bildhauerin Heike Cybulski spricht von dieser Gestalt auch nur als „Die Diva“. Zärtlich streicht sie über die Frisur dieser Figur, die ganz und gar aus Stahl zusammengesetzt worden ist. Meist sind es Reste aus der Industrie, die Heike Cybulski aufspürt und so lange sammelt, bis sie die Inspiration zu einer neuen Skulptur packt. Dann wählt sie Teile aus von ähnlicher Materialstärke und Beschaffenheit, hält einige dieser Stücke so zusammen, dass sie die Ahnung eines Antlitzes ergeben. Und wenn die Idee passt, „dann öffnet sich das Gesicht und schaut mich an“, erklärt Cybulski den zündenden Moment. Die bis zu 1,75 Meter großen Skulpturen baut sie von unten auf, verschiedene Elemente werden mit der Flex angepasst und mit dem Schweißgerät zusammengesetzt. Eine intensive Arbeit, die körperlich enorm anstrengend ist. Die 25 Skulpturen, die nun in Wünsdorf gezeigt werden, sind in den vergangenen fünf Jahren entstanden. Viele sind weibliche Figuren, heißen Lene, Falbala, Agatha oder Doro. Letztere hat zwei Gesichter. Das eine glatt, das andere aus Kiefernholz mit zahllosen Jahresringen. Seit 2007 arbeitet Heike Cybulski mit Stahl, hat sich die Fertigkeit dazu mit großer Neugier angeeignet. Autodidaktin ist sie nicht nur auf diesem Gebiet. Die 1969 in Jena geborene Künstlerin, die seit 2003 in Borkwalde bei Beelitz lebt, hat Ende der 1980er Jahre nebenher mit der Malerei  begonnen. Vor gut zehn Jahren entschied sie sich, ihre Leidenschaft zu ihrem Beruf zu machen. Ihre Bilder, von denen 58 in Wünsdorf zu sehen sind, sind geprägt von einem positiven Grundton. Gute Musik oder Erinnerungen an schöne Begebenheiten helfen ihr beim Malen, sagt die Künstlerin. Ihre Werke entwickeln sich aus der Situation heraus. Die Leinwände legt sie flach auf den Boden, lässt sich vom Moment inspirieren, welche Farbe die erste und damit die bestimmende werden soll. Mehrere Farbschichten trägt sie auf, experimentiert mit unterschiedlichen Trocknungsstufen, um dann zu kratzen und zu frottieren und „spannende Hintergründe zu erzeugen.“ Kontraste entstehen bei ihr meist durch unterschiedliche Farb-Nuancen. Egal, ob Skulpturen oder Bilder: Heike Cybulski findet Namen für ihre abstrakten Werke. Sie braucht das irgendwie, vielleicht, um eine Arbeit abschließen zu können. Wobei sie hofft, dass die Betrachter sich davon nicht zu sehr leiten lassen. Sie freue sich, „wenn beim Betrachter die eigene Reise beginnt“. Vielleicht ja ans Meer, dorthin reist die Künstlerin selbst gern. Wenn sie von dort wieder in ihre Werkstatt zurückkehrt, tauchen die Erinnerungen auf – an helle, weite, einsame Strände, sanfte Dünen, an die sturmdunkle See, an Ginsterduft.  Ohne dass sie bewusst derlei malt, ihr hilft mehr die Empfindung als das konkret erinnerte Bild. Oft sind auf Cybulskis Gemälden die Horizonte flach und weit und die Bewegungen der Landschaften ganz sanft. Manchmal hört sie Jazz beim Malen. Umso mehr freut sie sich, dass mit Chris Reinhardt und Felix Dubiel ein Saxophonist und ein Pianist die Vernissage am Samstag begleiten. Mit Margitta Wünsche und Cordula Schmidt vom Landkreis hat sie in den Räumen der vom Kreis Teltow-Fläming betriebenen Galerie ihre Ausstellung aufgebaut. Die wird eine Begegnung mit vielen Damen, einige haben Marotten, andere sind einfach schön, alle haben Charisma. Und zur Eröffnung wird auch die Erfinderin dieser reizvollen Weiblichkeit anwesend sein. << zurück Alle Rechte vorbehalten. © Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft GmbH Potsdam Erscheinungstag: 21.01.2015
   HILDEGARD WILLENBRING, Kunsthistorikerin Berlin - Ausstellungstext ”Stahlplastiken im Foyer“     August 2009 Die Stahlskulpturen von Heike Cybulski beeindrucken durch die Vereinfachung und Reduzierung der Formen. Die geschaffenen typisierten Kopfkonstruktionen ebenso wie die abstrakt-figurativen Plastiken. Linie und Form der stählernen Einzelstücke gewinnen in ihrer Zusammensetzung ihr Eigenleben. Sie werden zur Ausdrucksarabeske, zum Ausdrucksträger der Skulpturen, die vom Zusammenspiel massiver, hart voneinander abgegrenzter Formen und dementsprechend kontrastierenden Licht- Schatten-Feldern charakterisiert sind. Die Faszination dieser Werke verdanken sie ihrem Ausdruck. Die konstruktiven Lichtgestalten haben eine raumgreifende Bewegungsdynamik und wirken klar, sinnlich, weiblich. << zurück