GEROLD PAUL, Potsdamer Neueste Nachrichten - “Lichtblick in der Schinkelkirche”     Werder (Havel) - Ohne Horizont ist alles nichts im Leben, außen wie innen. Piloten verfliegen sich hoffnungslos, wenn er fehlt, auch andere menschliche Taten gelingen nicht mehr kurzum: ohne ihn schlägt man einfach fehl im Leben. Den alten Ägyptern war er besonders wichtig, weil dort, wo er ist, stets die Sonne aufgeht. Nun stammt die begnadete Malerin und Stahlbildhauerin Heike Cybulski zwar nicht vom Nil, sondern aus Jena, wo sie 1969 geboren ist. Trotzdem versteht sie eine Menge von Horizonten und anderen Lichtblicken, wie die derzeitige Ausstellung ihrer Werke in Petzows Schinkelkirche auf dem Grelle-Hügel beweist. Sie trägt ihre eigenen „Lichtblicke“ nicht umsonst im Titel, auch eine mehr oder weniger imaginäre Trennlinie zwischen „oben und unten“ beziehungsweise „innen und außen“ findet sich in jedem ihrer Bilder. Sogar bei „Ich brauch Meerblau“, wo eigentlich alles irgendwie blau ist: Ein Hauch anders ist diese Farbe aber als unter dem Horizont, und genau auf der Horizontlinie deuten filigrane Kreuze eine menschliche Lebenszone an, vielleicht einen Hafen, oder einen Soldatenfriedhof. Was steht einem hier als Einzelbild, als genial gefügter Dip- oder Triptychon vor Augen? Die Titel erzählen von Sonnenfeld und Sommerland, von „Süßer Illusion“ oder von einem „anderen Weg“, auch verpasst sich die Malerin selbst ein Trostpflaster, zum Beispiel „da wo du bist“, oder im rätselhaften „Sedjedo“. Man hat es hier mit Landschaften zu tun, die sowohl innen als auch außen sein können. Momentaufnahmen, als Lichtblicke verstanden, durchweg im hellen, erhellenden Trend. Angesichts der raffiniert entworfenen und farblich kongenial gestalteten Bilder wollte man gern Goethes ganz andere Farbenlehre bemühen. Dies freilich nicht besonders figurativ, eher als Assoziation mancher Tiefe. Heike Cybulski hat die Fähigkeit, das Abstrakte in eine sehr anschauliche Form zu bringen, je weiter der Betrachter vom Bildwerk abrückt. Sie verwendet helle Mischfarben, Weiß und Gelb in mehreren Schattierungen, tönt aber auch Braun- und Grautöne warm ab. Eine Unschärfe ist natürlich immer dabei. Anders als bei der früheren Serie „im Wald“ wurde der Pinsel für die neuen Bilder im Wortsinn „horizontal“ geführt. Die Linien bleiben dennoch dynamisch, sie sind mal gestuft, mal laufen sie aneinander vorbei, oder sie verlieren sich – am Horizont. Vertikale Kraftlinien und steinähnliche Einsprengsel, die wieder „Lichtblicke“ bringen, geben auf kunstvolle Weise den antagonistischen Teil dieses Spiels. So setzen sich die Lichtblicke von Heike Cybulski also zusammen. Harmonische Virulenzen, virulente Harmonien, Zustände, Stimmungen, Gefühle aus dem Standort Borkwalde, alles sehr feminin gedacht und ausgeführt. Wie ähnlich, wie anders drückt sich die Innerlichkeit dieser Künstlerin in ihren stählernen Skulpturen als hier in der Malkunst aus. Ruhe kommt hier aus der Kraft, die Kraft aus der Ruhe. Bildnerische Unschärfe ist hier Ausdruck und Schutz. Viel Licht, viel Helle, viele unsichtbare Sonnen sind in diesen Bildern - überm und unter dem Horizont, sogar in „da wo du bist“, wo zwei Königskinder einer tiefen Schlucht zu trotzen haben. Entweder hat dies ein sehr fröhlicher oder ein tief trauriger Mensch gemalt, im Reich von Sonnenfeld und Sommerland, die er erreichte, oder von ferne her sah. Der Mensch öffnet sich dem Betrachter als Künstler. Gäbe es den Horizont dabei nicht, wäre alles nur nichts. „Schick!“, fand eine ältere Dame diese Schau in der hellen Kirche. Lichtblicke überall. << zurück   Gerold Paul PNN- Potsdamer Neueste Nachrichten erschienen am 08.07.2014
   GEROLD PAUL, Potsdamer Neueste Nachrichten - “Lichtblick in der Schinkelkirche”     Werder (Havel) - Ohne Horizont ist alles nichts im Leben, außen wie innen. Piloten verfliegen sich hoffnungslos, wenn er fehlt, auch andere menschliche Taten gelingen nicht mehr kurzum: ohne ihn schlägt man einfach fehl im Leben. Den alten Ägyptern war er besonders wichtig, weil dort, wo er ist, stets die Sonne aufgeht. Nun stammt die begnadete Malerin und Stahlbildhauerin Heike Cybulski zwar nicht vom Nil, sondern aus Jena, wo sie 1969 geboren ist. Trotzdem versteht sie eine Menge von Horizonten und anderen Lichtblicken, wie die derzeitige Ausstellung ihrer Werke in Petzows Schinkelkirche auf dem Grelle-Hügel beweist. Sie trägt ihre eigenen „Lichtblicke“ nicht umsonst im Titel, auch eine mehr oder weniger imaginäre Trennlinie zwischen „oben und unten“ beziehungsweise „innen und außen“ findet sich in jedem ihrer Bilder. Sogar bei „Ich brauch Meerblau“, wo eigentlich alles irgendwie blau ist: Ein Hauch anders ist diese Farbe aber als unter dem Horizont, und genau auf der Horizontlinie deuten filigrane Kreuze eine menschliche Lebenszone an, vielleicht einen Hafen, oder einen Soldatenfriedhof. Was steht einem hier als Einzelbild, als genial gefügter Dip- oder Triptychon vor Augen? Die Titel erzählen von Sonnenfeld und Sommerland, von „Süßer Illusion“ oder von einem „anderen Weg“, auch verpasst sich die Malerin selbst ein Trostpflaster, zum Beispiel „da wo du bist“, oder im rätselhaften „Sedjedo“. Man hat es hier mit Landschaften zu tun, die sowohl innen als auch außen sein können. Momentaufnahmen, als Lichtblicke verstanden, durchweg im hellen, erhellenden Trend. Angesichts der raffiniert entworfenen und farblich kongenial gestalteten Bilder wollte man gern Goethes ganz andere Farbenlehre bemühen. Dies freilich nicht besonders figurativ, eher als Assoziation mancher Tiefe. Heike Cybulski hat die Fähigkeit, das Abstrakte in eine sehr anschauliche Form zu bringen, je weiter der Betrachter vom Bildwerk abrückt. Sie verwendet helle Mischfarben, Weiß und Gelb in mehreren Schattierungen, tönt aber auch Braun- und Grautöne warm ab. Eine Unschärfe ist natürlich immer dabei. Anders als bei der früheren Serie „im Wald“ wurde der Pinsel für die neuen Bilder im Wortsinn „horizontal“ geführt. Die Linien bleiben dennoch dynamisch, sie sind mal gestuft, mal laufen sie aneinander vorbei, oder sie verlieren sich – am Horizont. Vertikale Kraftlinien und steinähnliche Einsprengsel, die wieder „Lichtblicke“ bringen, geben auf kunstvolle Weise den antagonistischen Teil dieses Spiels. So setzen sich die Lichtblicke von Heike Cybulski also zusammen. Harmonische Virulenzen, virulente Harmonien, Zustände, Stimmungen, Gefühle aus dem Standort Borkwalde, alles sehr feminin gedacht und ausgeführt. Wie ähnlich, wie anders drückt sich die Innerlichkeit dieser Künstlerin in ihren stählernen Skulpturen als hier in der Malkunst aus. Ruhe kommt hier aus der Kraft, die Kraft aus der Ruhe. Bildnerische Unschärfe ist hier Ausdruck und Schutz. Viel Licht, viel Helle, viele unsichtbare Sonnen sind in diesen Bildern - überm und unter dem Horizont, sogar in „da wo du bist“, wo zwei Königskinder einer tiefen Schlucht zu trotzen haben. Entweder hat dies ein sehr fröhlicher oder ein tief trauriger Mensch gemalt, im Reich von Sonnenfeld und Sommerland, die er erreichte, oder von ferne her sah. Der Mensch öffnet sich dem Betrachter als Künstler. Gäbe es den Horizont dabei nicht, wäre alles nur nichts. „Schick!“, fand eine ältere Dame diese Schau in der hellen Kirche. Lichtblicke überall. << zurück   Gerold Paul PNN- Potsdamer Neueste Nachrichten erschienen am 08.07.2014
   GEROLD PAUL, Potsdamer Neueste Nachrichten - “Lichtblick in der Schinkelkirche”     Werder (Havel) - Ohne Horizont ist alles nichts im Leben, außen wie innen. Piloten verfliegen sich hoffnungslos, wenn er fehlt, auch andere menschliche Taten gelingen nicht mehr kurzum: ohne ihn schlägt man einfach fehl im Leben. Den alten Ägyptern war er besonders wichtig, weil dort, wo er ist, stets die Sonne aufgeht. Nun stammt die begnadete Malerin und Stahlbildhauerin Heike Cybulski zwar nicht vom Nil, sondern aus Jena, wo sie 1969 geboren ist. Trotzdem versteht sie eine Menge von Horizonten und anderen Lichtblicken, wie die derzeitige Ausstellung ihrer Werke in Petzows Schinkelkirche auf dem Grelle-Hügel beweist. Sie trägt ihre eigenen „Lichtblicke“ nicht umsonst im Titel, auch eine mehr oder weniger imaginäre Trennlinie zwischen „oben und unten“ beziehungsweise „innen und außen“ findet sich in jedem ihrer Bilder. Sogar bei „Ich brauch Meerblau“, wo eigentlich alles irgendwie blau ist: Ein Hauch anders ist diese Farbe aber als unter dem Horizont, und genau auf der Horizontlinie deuten filigrane Kreuze eine menschliche Lebenszone an, vielleicht einen Hafen, oder einen Soldatenfriedhof. Was steht einem hier als Einzelbild, als genial gefügter Dip- oder Triptychon vor Augen? Die Titel erzählen von Sonnenfeld und Sommerland, von „Süßer Illusion“ oder von einem „anderen Weg“, auch verpasst sich die Malerin selbst ein Trostpflaster, zum Beispiel „da wo du bist“, oder im rätselhaften „Sedjedo“. Man hat es hier mit Landschaften zu tun, die sowohl innen als auch außen sein können. Momentaufnahmen, als Lichtblicke verstanden, durchweg im hellen, erhellenden Trend. Angesichts der raffiniert entworfenen und farblich kongenial gestalteten Bilder wollte man gern Goethes ganz andere Farbenlehre bemühen. Dies freilich nicht besonders figurativ, eher als Assoziation mancher Tiefe. Heike Cybulski hat die Fähigkeit, das Abstrakte in eine sehr anschauliche Form zu bringen, je weiter der Betrachter vom Bildwerk abrückt. Sie verwendet helle Mischfarben, Weiß und Gelb in mehreren Schattierungen, tönt aber auch Braun- und Grautöne warm ab. Eine Unschärfe ist natürlich immer dabei. Anders als bei der früheren Serie „im Wald“ wurde der Pinsel für die neuen Bilder im Wortsinn „horizontal“ geführt. Die Linien bleiben dennoch dynamisch, sie sind mal gestuft, mal laufen sie aneinander vorbei, oder sie verlieren sich – am Horizont. Vertikale Kraftlinien und steinähnliche Einsprengsel, die wieder „Lichtblicke“ bringen, geben auf kunstvolle Weise den antagonistischen Teil dieses Spiels. So setzen sich die Lichtblicke von Heike Cybulski also zusammen. Harmonische Virulenzen, virulente Harmonien, Zustände, Stimmungen, Gefühle aus dem Standort Borkwalde, alles sehr feminin gedacht und ausgeführt. Wie ähnlich, wie anders drückt sich die Innerlichkeit dieser Künstlerin in ihren stählernen Skulpturen als hier in der Malkunst aus. Ruhe kommt hier aus der Kraft, die Kraft aus der Ruhe. Bildnerische Unschärfe ist hier Ausdruck und Schutz. Viel Licht, viel Helle, viele unsichtbare Sonnen sind in diesen Bildern - überm und unter dem Horizont, sogar in „da wo du bist“, wo zwei Königskinder einer tiefen Schlucht zu trotzen haben. Entweder hat dies ein sehr fröhlicher oder ein tief trauriger Mensch gemalt, im Reich von Sonnenfeld und Sommerland, die er erreichte, oder von ferne her sah. Der Mensch öffnet sich dem Betrachter als Künstler. Gäbe es den Horizont dabei nicht, wäre alles nur nichts. „Schick!“, fand eine ältere Dame diese Schau in der hellen Kirche. Lichtblicke überall. << zurück   Gerold Paul PNN- Potsdamer Neueste Nachrichten erschienen am 08.07.2014